Samstag, 14. Mai 2011
Vogeltod
herzbildende, 16:07h
Gestern schleppte unser Kater ein Vogelküken in unseren Garten. Es lebte, war aber noch so zerbrechlich dass die Augen geschlossen waren und das Gefieder ganz pudrig. Wir waren unentschlossen, was zu tun sei. Es saß regungunslos in der Hand und erwartete sein Schicksal.
Wir telefonierten mit allen Menschen, von denen wir glaubten, sie könnten uns helfen. Die Schwiegermutter, die schon den Krieg erlebt hat und allein deswegen mit profunder Lebensweisheit ausgestattet ist, einen Jäger und die Tochter eines Reiterhofbesitzers der wir auch eine geweisse Kenntnis der Wildnis hinter unserem Haus unterstellten. Doch niemand konnte uns helfen. Zumindest erfüllte sich unsere gößte Angst nicht, niemand schlug vor, dem kleinen Leben in der Hand ein Ende zu bereiten.
Wir bauten ein Nest in eine Hecke, die in der Richtung lag aus der unser Kater das Küken angeschleppt hatte. In der wilden Hoffnung die Vogelmutter möge kommen und sich des kleinen Flaumknäuels wieder annehmen legten wir es hinein und es erfror in der folgenden Nacht.
Dies alles berührt mich umso mehr als ich den Roman
>Im Herzen des Tals von Nigel Hinton<
gelesen habe. Sie berührt im Herzen und das Zwitschern der Vögel im Frühling ist nicht mehr das gleiche, wenn man die Geschichte der kleinen Heckenbraunelle kennt.
Wir telefonierten mit allen Menschen, von denen wir glaubten, sie könnten uns helfen. Die Schwiegermutter, die schon den Krieg erlebt hat und allein deswegen mit profunder Lebensweisheit ausgestattet ist, einen Jäger und die Tochter eines Reiterhofbesitzers der wir auch eine geweisse Kenntnis der Wildnis hinter unserem Haus unterstellten. Doch niemand konnte uns helfen. Zumindest erfüllte sich unsere gößte Angst nicht, niemand schlug vor, dem kleinen Leben in der Hand ein Ende zu bereiten.
Wir bauten ein Nest in eine Hecke, die in der Richtung lag aus der unser Kater das Küken angeschleppt hatte. In der wilden Hoffnung die Vogelmutter möge kommen und sich des kleinen Flaumknäuels wieder annehmen legten wir es hinein und es erfror in der folgenden Nacht.
Dies alles berührt mich umso mehr als ich den Roman
>Im Herzen des Tals von Nigel Hinton<
gelesen habe. Sie berührt im Herzen und das Zwitschern der Vögel im Frühling ist nicht mehr das gleiche, wenn man die Geschichte der kleinen Heckenbraunelle kennt.
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Dienstag, 10. Mai 2011
Unbekannt
herzbildende, 13:01h
Gestern waren wir eingeladen. Bei Freunden. Ich erwartete ein gemütliches, lockeres Zusammentreffen. Ich kannte niemanden. Ich fühlte mich steif, ungelenk, dick, tapsig, mürrisch. Ich war unsicher. Früher hätte es mir nichts ausgemacht unter Menschen zu kommen, die ich nie gesehen hatte. Ich hätte die Kunst des Redens beherrscht. Nicht gut, aber ausreichend. Ich wäre ein bisschen witzig gewesen. Nicht auffallend aber genügend. Vor gestern war ich ein bisschen geistreich und ein bisschen entspannt. Gestern war ich verklemmt und unspontan. Ich war weder freundlich noch nett. Wie bin ich so geworden?
Meine Lieblingsgeschichte über eine Verwandlung ist von einem meiner Lieblingsautoren:
Paul Auster´s Mr Vertigo
Eine Geschichte über das was der Mensch ändern kann und am Ende doch nicht ändert.
Meine Lieblingsgeschichte über eine Verwandlung ist von einem meiner Lieblingsautoren:
Paul Auster´s Mr Vertigo
Eine Geschichte über das was der Mensch ändern kann und am Ende doch nicht ändert.
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Montag, 9. Mai 2011
Prinzessin
herzbildende, 16:14h
Meine Tochter ist Kate. Ich bin Pippa und muss die Schleppe tragen. Die Schleppe ist ein silbernes Tischtuch, das sonst nur zu Weihnachten benutzt wird. Ich erinnere mich: Ich hatte ein großes weisses Tuch mit blauen Sternen gesprenkelt. Das habe ich mir immer an meinen Haarreifen gebunden. Meine Mama wollte meine Schleppe nie tragen, aber bei Diana waren es ja auch viele mehr, die das Ding hinter ihr herschleppen mussten. Ich wollte nie Diana sein. Wenn mein Prinz dann ausähe wie Charles, dann lieber nicht. Er war ja auch zehn Jahre älter als mein Papa. Ich habe damals orientalische Geschichten gelesen, an deren Namen ich mich leider nicht erinnere. Deswegen aber trug ich Schleier und keine Schleppe.
Werde meiner Tochter heute abend schnell mal wieder
>Prinzessin Vivi und die wilden Räuber von Abedi/Englerth/Nutz<
vorlesen. Damit ihr Prinzessinen-Bild nicht nur aus Schleppe und Prinz besteht.
Werde meiner Tochter heute abend schnell mal wieder
>Prinzessin Vivi und die wilden Räuber von Abedi/Englerth/Nutz<
vorlesen. Damit ihr Prinzessinen-Bild nicht nur aus Schleppe und Prinz besteht.
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