Samstag, 14. Mai 2011
Vogeltod
Gestern schleppte unser Kater ein Vogelküken in unseren Garten. Es lebte, war aber noch so zerbrechlich dass die Augen geschlossen waren und das Gefieder ganz pudrig. Wir waren unentschlossen, was zu tun sei. Es saß regungunslos in der Hand und erwartete sein Schicksal.
Wir telefonierten mit allen Menschen, von denen wir glaubten, sie könnten uns helfen. Die Schwiegermutter, die schon den Krieg erlebt hat und allein deswegen mit profunder Lebensweisheit ausgestattet ist, einen Jäger und die Tochter eines Reiterhofbesitzers der wir auch eine geweisse Kenntnis der Wildnis hinter unserem Haus unterstellten. Doch niemand konnte uns helfen. Zumindest erfüllte sich unsere gößte Angst nicht, niemand schlug vor, dem kleinen Leben in der Hand ein Ende zu bereiten.
Wir bauten ein Nest in eine Hecke, die in der Richtung lag aus der unser Kater das Küken angeschleppt hatte. In der wilden Hoffnung die Vogelmutter möge kommen und sich des kleinen Flaumknäuels wieder annehmen legten wir es hinein und es erfror in der folgenden Nacht.
Dies alles berührt mich umso mehr als ich den Roman
>Im Herzen des Tals von Nigel Hinton<
gelesen habe. Sie berührt im Herzen und das Zwitschern der Vögel im Frühling ist nicht mehr das gleiche, wenn man die Geschichte der kleinen Heckenbraunelle kennt.

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